Wie ich mein Wochenende rette – 3 Tipps von einem Handyjunkie

Ja ich liebe Smartphones. Ja ich mag Gadgets. Ich kann mich stundenlang damit beschäftigen und ich besitze auch eine Smartwatch. Obwohl ich mir bis heute nicht ganz sicher bin, wozu sie nun eigentlich gut sein soll. Beruflich wie privat hämmere ich täglich tausende von Buchstaben auf virtuelle und physische Tastaturen in den verschiedensten Kanälen. G-Mail, Hangouts, Whats App, Outlook, Messenger, In-Mails, Excel Sheets, Google Docs, und Word. Und das sind noch längst noch nicht alle Kommunikations- oder Organisationswege. Lediglich ein kleiner Auszug.

Dazu kommt, dass mich die Mobilität unserer heutigen Arbeitswelt bis in die entlegensten Winkel verfolgt. Bis vor kurzem befand sich Deutschland noch ungefähr in der Kreidezeit, was den Ausbaustand öffentlicher W-LAN Infrastruktur betrifft. Doch hier wurde nachgebessert. Auch die Mobilfunkbetreiber haben ihre Netzabdeckung erheblich optimiert. Ein Handyverkäufer antwortete mir einmal recht schlüssig auf meine Beschwerde über zu viele Funklöcher mit dem Satz „Wieso? Das heißt doch Netz und nicht Decke. Ein Netz hat nun mal Löcher.“ Recht hat er.

Wie dem auch sei. Wenn ich es möchte, kann ich wann auch immer von wo auch immer arbeiten. Das finde ich toll, denn für mich bedeutet es ein Stück Freiheit. Es gibt unzählige Studien zum Thema Burnout, Gefahr von Work Life Balance usw. Mit Sicherheit steckt in Ihnen viel Wahres und man sollte die Gefahr, die für die Gesundheit daraus entsteht auch nicht unterschätzen. Dennoch überwiegen für mich die positiven Aspekte. Mein Problem ist nur – ich bin nicht sehr diszipliniert. Mein Smartphone ist mein ständiger Begleiter, ob nun in der Woche oder eben am Wochenende. Selbst wenn es zur internen Firmenkultur gehört keine Emails an Wochenenden zu versenden, so wird diese von anderen in den meisten Fällen nicht eingehalten. Wenn man für ein globales Unternehmen arbeitet tun die verschiedenen Zeitzonen und Feiertage ihr Übriges.

Wie kann ich also den ständig eintrudelnden Emails oder Terminerinnerungen entkommen um ein entspanntes Wochenende zu genießen? Denn – verstehen Sie mich nicht falsch – das ist mir sehr wichtig. Komplett offline sein? Kommt nicht in Frage. Am Wochenende nur die jeweiligen E-Mail und Kalender Accounts offline stellen? Sicher eine Alternative, doch irgendwie vergesse ich das immer und bin auch da nicht sehr konsequent. Nein, ich organisiere mich anders und ich fahre damit seit Jahren sehr gut.

  1. Ein Kalendereintrag für Kalendereinträge

Hört sich schräg an. Auch hier tricksen mich mein Smartphone und mein schneller Finger während der Woche ein ums andere Mal aus. Das kennen Sie doch auch. Sie erhalten eine Kalendereinladung von einem Kollegen, drücken unbedarft „accept“ und schon steht ein Meeting in ihrem Kalender. Am Desktop oder Laptop bin ich da wesentlich disziplinierter, doch unterwegs im Office oder auf Terminen passiert mir das schon mal. Das Ergebnis ist, dass Sie entweder eine Woche voller Termine haben, von denen Sie gar nicht wissen warum oder worum es geht oder aber, Sie haben ständig Termine die sich kollidieren. Ich habe mir zu Regel gemacht, jeweils am Freitagnachmittag einen festen Kalendereintrag für 30 Minuten festzulegen, in denen ich meine Termine für die kommende Woche prüfe und organisiere. Das hilft ungemein. Mein Pro Tipp ist noch, akzeptieren Sie zukünftig nie einen Termin, der keine Agenda enthält. Sollten Sie eine solche Einladung bekommen drücken Sie auf „tentative“ und fragen Sie höflich worum es geht. Es ist Ihre produktive Lebenszeit. Ein organisierter Kalender zum Wochenende, gibt mir ein entspanntes Gefühl und einen perfekten Start in die Woche.

  1. Montagsmeetings – Vorbereitung ist alles

Nachdem sie nun ihre Woche geplant haben stellen Sie schnell fest, welche Meetings welche Priorität haben und welche Rolle Sie dabei spielen. Im Idealfall sollte jedes Meeting einen wertvollen Beitrag zu Ihrer Produktivität oder zu der Ihres Unternehmens beisteuern, doch nicht immer ist dies der Fall. Gibt es Termine in denen sie einen aktiven Part spielen zum Beispiel als Moderator oder Präsentator, erledigen Sie die Vorbereitungsarbeit noch vor dem Wochenende, zumindest die für Ihre Montagsmeetings. Es wird Ihnen Ruhe und Frieden bescheren. Zusätzlich nutze ich ein simples Colour Coding für Meetings zu denen Inhalt in Form von Präsentationen von mir gefordert wird. Das erleichtert mir den Überblick.

Ich denke, ich komme immer sehr gut vorbereitet in meine Meetings. Tun diese Ihre Kollegen auch, werden Sie erstaunt sein, was für sagenhafte Ergebnisse Sie als Team erzielen.

  1. Die Twin Card – ganz ohne Gadget geht es nicht

Um der vorher beschriebenen, ungewollten beruflichen Kommunikation am Wochenende zu entfliehen, benutze ich eine Twin Card meines Netzbetreibers. Anders als eine sogenannte „Ultra Card“, die mit einer Rufnummer mit mehreren Endgeräten gleichzeitig im Netz des Providers eingebucht ist, bucht sich hier immer nur ein Handy zur Zeit ein, nämlich das, was Sie zuerst eingeschaltet haben. Aber mit der gleichen Rufnummer. Ich muss dazu erwähnen, dass Telefonie als solches mit den Jahren immer mehr in den Hintergrund meines beruflichen Alltags gerückt ist. Zusätzlich ist die Hürde jemanden am Wochenende anzurufen ungleich höher, als einfach eine E-Mail zu senden. Somit werde ich am Wochenende selten gestört. Ich bin weiterhin online mit meinen geliebten, privaten Social Networks, ohne aber die E-Mail und Kalenderprogramme nutzen zu müssen, die ich für meine Arbeit brauche. Zusätzlich brauche ich auch nicht ständig die beruflichen Accounts meines „Arbeitshandys“ aktivieren und deaktivieren. Ein weiterer symbolischer Nebeneffekt ist der, dass wenn ich am Freitagabend mein „Arbeitshandy“ ausschalte, mein Kopf mir sagt das nun Wochenende sei. Wie den Hörer auf die Gabel legen, falls das der Eine oder Andere aus der Generation Y noch kennt.

 

Na dann. Auf das nächste schöne Wochenende.

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