Ostfriesen Angst – ein Krimi aus Norddeutschland

Ostfriesenangst (Ann Kathrin Klaasen #6)Ostfriesenangst by Klaus-Peter Wolf
My rating: 4 of 5 stars

Ostfriesen Angst ist ein Krimi. Warum lese ich Krimis? Um mich abzulenken und um unterhalten zu werden. Wie bei einem Tatort. Ostfriesen Angst hat diese Voraussetzung erfüllt und dies nicht nur, weil Klaus-Peter Wolf tatsächlich Drehbücher für den Tatort geliefert hat (Charlotte Sänger und Lena Odenthal). Interessant ist auch die Perspektive eines männlichen Autors, der über die Psyche einer weiblichen Autorin schreibt. Im Buch sowohl als auch in Drehbuch. Ostfriesen Angst hat kurze plots und schnelle Ortswechsel. Dies erhöht die Spannung und macht Spaß beim Lesen unterwegs, da man sich nicht durch zu lange Kapitel wälzen muss, bei denen man Gefahr läuft den Zusammenhang nicht mehr zu begreifen. Ideal für den Urlaub. Es gibt insgesamt 7 Fälle von Kommissarin Ann Kathrin Klaasen und Frank Weller, also genug Lesematerial. Die Ostfriesen- Angst, -Moor, -Killer, -Sünde, -Falle, -Grab und Blut Reihe ist natürlich als Lokalkrimi mit regionalem Bezug gedacht und das ist auch ihr Erfolg. Für mich persönlich, der ebenfalls aus dem Norden kommt, ist dieser regionale Bezug manchmal ein wenig zu dick aufgetragen und mit zu vielen Norddeutschen Details versehen. So als ob der Autor mit Macht unterstreichen wollte, auch wirklich die örtlichen Begebenheiten bis ins kleinste Detail zu kennen. Das muss manchmal gar nicht sein und hat der Roman nicht nötig. Etwas übertrieben finde ich auch den aufgebrachten Mob in Ostfriesland, der gleich zwei Mal dazu neigt Selbstjustiz zu verüben und den vermeintlichen Mörder steinigt oder auch über Bord wirft. Das erwarte ich in einer aufgeklärten Gesellschaft eher nicht. Aber, wenn es der Spannung dient, nun gut. Zum Schluss noch ein Realitätscheck für den Autor. Kommissarin Ann Kathrin Klaasen möchte sich im Verlauf des Buches einer ungeliebten Mailbox Nachricht entledigen, die sie für Ihren Lebensgefährten Frank Weller auf dessen Mobiltelefon hinterlassen hat. Als sie dies mit dessen Handy durchführen will und den PIN Code nicht weiß, schmeißt Frau Klaasen das Gerät einfach in die Waschmaschine und betrachtet die Sache als gelöst. (auch der Autor) Im weiteren Verlauf des Buches dann, kauft sich Frank Weller ein neues Mobiltelefon im T-Punkt. Nachrichten auf der Mailbox (oder Mobilbox wie es die Telekom nennt)sind ein netzbetriebener Dienst. D.h. hinterlassene Nachrichten werden nicht auf dem Handy abgelegt, sondern auf den Servern der Netzanbieter. Somit war die hinterlassene Nachricht von Kommissarin Klaasen für Frank Weller noch abrufbar. Eine Kommissarin sollte so etwas wissen. Vielleicht eine Idee zur Fortsetzung des nächsten Ostfriesen Krimis.

View all my reviews

Advertisements

About monissen
- raised up analogue - arrived in the digital age - now working in Munich - living in Bremerhaven - lived and worked in Dublin, Ireland - the heart of IT, and fell in love - lived and fell in love in and with Andalusia before - born in Northern Germany, Eckernförde - affinity for lyrics in general - like reading - like running - enjoying life

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: